Lehrerversorgung ist gesichert
Start des Schuljahres 2026/27: mehr Kinder, mehr Klassen

Während der letzten Wochen konnten Schüler die unterrichtsfreie Zeit genießen. Im Staatlichen Schulamt wurde sich dagegen intensiv mit der Organisation des neuen Schuljahres beschäftigt, das am Dienstag startet.
Am Mittwoch stellten die beiden Schulamtsdirektoren Stefan Pielmeier und Michael Schütz Einzelheiten der Planung im Landratsamt vor.
Nächste Woche füllen sich die Klassenzimmer wieder. Und es werden ein paar Kinder mehr sein, als noch vor einem Jahr. Insgesamt 6.136 Schüler besuchen die Grund- und Mittelschulen im Landkreis, 126 mehr als im vergangenen Schuljahr. Gleichzeitig ist die Lehrerversorgung nach Einschätzung des Staatlichen Schulamts trotz des angespannten Arbeitsmarkts ausreichend, um einen gesicherten Start ins Schuljahr 2026/27 zu gewährleisten. „Die Versorgung mit Lehrkräften ist trotz des Lehrermangels in diesem Jahr gut“, so das Fazit von Stefan Pielmeier. Bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Grundschulen. Dort steigt die Schülerzahl auf 3.990 – 93 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wächst die Zahl der Grundschulklassen von 171 auf 176. Im Durchschnitt sitzen damit 22,7 Kinder in einer Klasse. An den Mittelschulen werden 2.146 Schüler in 103 Klassen unterrichtet.
Mehr Kinder – weniger Schulanfänger
Bei den Erstklässlern ist dagegen ein minimaler Rückgang zu verzeichnen: 1.016 Kinder beginnen in diesen Tagen ihre Schullaufbahn. Im Vorjahr waren es 1.021. Eine Neuerung betrifft genau diese Altersgruppe: Erstmals kommt ein Einschulungsjahrgang in die Schule, der zuvor die verpflichtende Sprachstandserhebung durchlaufen hat. Bei 62 Kindern – das sind 6,1 Prozent der Schulanfänger – wurde dabei ein verpflichtender Vorkurs Deutsch umgesetzt. „Welche Wirkung dieses Verfahren auf die Sprachentwicklung der Kinder hat, wird sich erst im Schulalltag zeigen“ hielt Schulamtsdirektor Pielmeier fest. Die Deutschförderung an den Schulen spielt eine wichtige Rolle: An 14 Grundschulen besuchen 298 Kinder einen Vorkurs Deutsch, dafür stehen 39 Gruppen mit 110 Wochenstunden zur Verfügung. Zusätzlich helfen ehrenamtliche Sprachpaten den Schulen. Dass trotz des Lehrermangels genügend Personal zum Schulstart bereitsteht, ist das Ergebnis eines organisatorischen Kraftakts: Neben dem regulären Personal wurden dem Schulamt zusätzliche Mittel für Aufstockungen, Verträge und Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt.
Insgesamt wurden 696 Stunden über Verträge für Lehrkräfte, Drittkräfte, Unterstützungskräfte und Aufstockungen vergeben. Rein rechnerisch entspricht das etwa 25 Vollzeitstellen. Verstärkung kommt auch aus der nächsten Generation: 22 Dienstanfänger sind dem Schulamt für das neue Schuljahr zugewiesen worden. 20 Lehramtsanwärter, eine Fachlehreranwärterin und ein Förderlehreranwärter. Interessant dabei: Von den 20 Anwärtern fangen 18 an den Grundschulen an, lediglich zwei an der Mittelschule. Darüber hinaus setzt das Schulamt weiterhin auf sogenannte Ein-Fach-Fachlehrer. Dabei handelt es sich um Menschen mit beruflicher Qualifikation, die beispielsweise Sport, Musik oder Ernährung und Gestaltung unterrichten. Auch bei Betreuung und Ganztag geht der Ausbau weiter.
Gebundene Ganztagsklassen gibt es an den Mittelschulen in Dingolfing, Frontenhausen und Landau. An den Grundschulen Dingolfing-Altstadt, Dingolfing-St. Josef und Landau werden ebenfalls gebundene Ganztagsklassen angeboten. Daneben stehen an den beantragten Grundschulstandorten Mittagsbetreuung, verlängerte Mittagsbetreuung und offene Ganztagsangebote zur Verfügung. An den Mittelschulen gibt es offene Ganztagsschulen unter anderem in Aitrachtal, Landau, Reisbach, Niederviehbach und Dingolfing.
Digitale Schule
Digital wird es ebenfalls flächendeckender. Ab diesem Schuljahr sind alle Mittelschulen im Landkreis „Digitale Schulen der Zukunft“(DSDZ). Digitales und analoges Lernen sollen dabei miteinander verbunden werden. Unterstützung erhalten die Schulen künftig auch von sogenannten „Regionalen Ankerschulen“. Im Schulamtsbezirk Dingolfing-Landau übernimmt diese Rolle die Grundschule Landau, gemeinsam mit der Mittelschule Eggenfelden im benachbarten Schulamtsbezirk Rottal-Inn. Die „Ankerschulen“ sollen Erfahrungen weitergeben, Vernetzungstreffen organisieren und Fortbildungen zum Einsatz digitaler Werkzeuge anbieten. Eine Vorreiterrolle hat dabei die Grundschule Loiching: Sie geht in ihr letztes Projektjahr des Schulversuchs „KI@school“. Dort wird erprobt, wie künstliche Intelligenz künftig pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden kann.
„Analoge“ Fähigkeiten
Neben Digitalisierung und Sprachförderung stehen auch analoge Fähigkeiten auf der Agenda. Im Rahmen des bayerischen Sonderprogramms zur Verbesserung der Schwimmfähigkeit können Grundschulen ab Herbst kostenfreie Schwimmkurse buchen. Und auch die Demokratieerziehung bekommt weiterhin ihren festen Platz im Stundenplan. Die „Verfassungsviertelstunde“ findet einmal pro Woche statt. Klassensprecherwahlen, aktuelle politische Themen, Diskussionen und Projekttage gehören dabei zum Unterricht. „Gerade angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen müsse Schule ein Ort bleiben, an dem demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern auch erlebt werden“, so Stefan Pielmeier.
Gymnasium legt zu
Beim Übertritt nach der vierten Klasse zeigt sich ein interessantes Bild: Von 908 Schülern wechseln 349 auf die Mittelschule (38,43 Prozent), 301 auf die Realschule (33,14 Prozent) und 257 auf das Gymnasium (28,30 Prozent). Ein Kind beziehungsweise 0,23 Prozent wechselt auf die Wirtschaftsschule. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote für die Realschule gesunken, während das Gymnasium zulegen konnte. Der Anteil für die Mittelschule blieb weitgehend konstant.
„Unser Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen im Landkreis auch bei weiter steigenden Zahlen gute Lernbedingungen zu bieten“, so das Fazit von Landrat Werner Bumeder zu den dargelegten Zahlen und Fakten.
Bericht und Foto: Christina Kipferling
DA, 11.09.2026

Die beiden Schulamtsdirektoren Michael Schütz (links) und Stefan Pielmeier (rechts) mit Landrat Werner Bumeder.