Bäume statt Bildschirm
„Goldnuggets-Rausch“: 19. Waldjugendspiele im Landkreis feierlich eröffnet

Während am Dienstagvormittag bereits 26 Grad in der Stadt herrschten, waren die Gäste bei der offiziellen Eröffnung der Waldjugendspiele zu einem der angenehmsten Aufenthaltsorte bei der derzeitigen Hitze – neben dem Freibad – gekommen: in den Dingolfinger Stadtwald.
Bis Freitag haben hier Drittklässler des Landkreises die Möglichkeit, den Lebensraum Wald näher kennenzulernen und nebenbei an den verschiedenen Stationen Gold-Nuggets erspielen, die dann in „harte“ Währung eingetauscht werden.
Rund 1.000 Drittklässler aus 49 Schulen erkunden noch bis zum Freitag den Wald, in dem ein Dutzend Parcours-Stationen aufgebaut sind, wie die „Magische Brücke“, der „Schatz im Stadtwald“ oder der „Dachstuhlbau“. An diesen sammeln die Schüler nicht nur Wissen, sondern beweisen sich auch in Geschicklichkeit und Teamgeist.
Letzter „Auftritt“ im Wald
Zur Eröffnung begrüßte Josef Eichenseer, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), die Anwesenden. Das AELF organisiert seit fast zwei Jahrzehnten die Waldjugendspiele. Für Eichenseer markiert die diesjährige Wald-Veranstaltung einen persönlichen Schlusspunkt: „Meine Zeit ist abgelaufen“. Gemeint war damit, dass es die letzte Eröffnung dieser Art für ihn sein wird, denn sein Ruhestand steht bevor. Gleichzeitig unterstrich er noch einmal die Bedeutung der Veranstaltung: Der Landkreis habe den Auftrag, junge Menschen an den Wald heranzuführen – als Lebensgrundlage und ebenso als wichtigen Wirtschaftsfaktor. Dass dieses Ziel nicht immer überall auf ungeteilte Zustimmung stößt, deutete er mit Blick auf die aktuelle Diskussion in Eggenfelden an. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses diskutierte dort das Gremium, wie es mit den Waldjugendspielen im Bürgerwald weitergeht.
Politik, Partner und Pädagogik
Den Termin am Dienstag hatten sich zahlreiche bekannte aber auch neue Gesichter der Kommunalpolitik, Mitarbeiter der Verwaltung und Unterstützer im Kalender notiert – darunter Landrat Werner Bumeder, Bürgermeister Valentin Walk, Schulamtsdirektor Michael Schütz, Bettina Zimmer aus der Umweltbildung sowie Vertreter der Waldbesitzervereinigungen. Zudem auch Vertreter der Sponsoren – die Sparkasse Niederbayern-Mitte, die VR-Bank Landau-Mengkofen eG sowie Graf Arco Adldorf – die das Bildungsprojekt finanziell und materiell unterstützen. AELF-Abteilungsleiter Peter Stieglbauer brachte die Idee der Spiele auf den Punkt: „Kinder sollen raus aus der digitalen Welt und hinein in die Natur geholt werden – zumindest für einen halben Tag. Wir vermitteln einen direkten Bezug zum Wald. Die Kinder erleben, was viele sonst nur aus dem Schulbuch kennen.“
Dabei gehe es nicht nur um Wissen, sondern auch um Sozialkompetenz: Teamgeist, Zusammenarbeit und das gemeinsame Lösen von Aufgaben werden geschärft, nach dem Motto „Einer für alle, alle für einen“. Aber auch die Nachhaltigkeit und der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen spielen eine zentrale Rolle. „Schließlich, sind die Kinder von heute die Entscheidungsträger von morgen“, so Stieglbauer.
Das „zweite Wohnzimmer“
Landrat Werner Bumeder zeigte sich erfreut über die ungebrochene Nachfrage: „Die Einladung in den Wald für Drittklässler ist eine gute Idee.“ Die große Beteiligung von über 1.000 Schülern spreche für sich. Der Wald sei nicht nur Erholungsraum, sondern der „größte Klimaschützer der Welt“, betonte der Landrat. Deshalb müsse dieser geschützt und zukunftsfähig gestaltet werden – etwa durch Waldumbau und Verjüngung.
Bürgermeister Valentin Walk wiederum sprach fast schon persönlich: Der Stadtwald sei für ihn ein „zweites Wohnzimmer“, da er ganz in der Nähe aufgewachsen ist. Gleichzeitig unterstrich er die pädagogische Botschaft der Veranstaltung: Nicht belehren, sondern Neugier wecken. Schulamtsdirektor Michael Schütz hob die Bedeutung der Waldjugendspiele für die Schulen hervor. Das Projekt sei ein fester Bestandteil des Schuljahres und werde mit großer Vorfreude erwartet. Gleichzeitig sei es ein gelungenes erlebnispädagogisches Konzept, das nun bereits zum 19. Mal durchgeführt wird.
Bericht und Fotos: Christina Kipferling
DA, 25.06.2026

Frühstück selbst mahlen: Was es an heimischen Getreidesorten gibt und wie diese verarbeitet werden, erfuhr man an dieser Station.

rechts: Schafft es jedes Jahr mit spontanen Sprüngen aus Büschen oder hinter parkenden Autos die Besucher immer zu überraschen: „Robin Hood“ alias Hubert Hobmaier.
links: Selbstversuch: Mittels Wasser und etwas Druck wurde praktisch gezeigt, wie unterschiedlich Tief-, Flach- und Herzwurzler Wasser speichern.

Welche Bäume stehen im Stadtwald? Diejenigen, die in den letzten Jahren aufgepasst hatten, gaben den neuen Amtsträgern eine „Nachhilfestunde“.