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im Landkreis Dingolfing-Landau

Mehr Erstklässler – kein Grund zur Sorge

Für 2027 erwartet das Schulamt einen stärkeren Einschulungsjahrgang

GS Altstadt

Mehr Kinder, mehr Klassen und irgendwann zu wenig Platz? Die Geburtenzahlen der vergangenen Jahre lassen erwarten, dass in den kommenden Jahren wieder mehr Kinder ihre Schullaufbahn beginnen.

Besonders der Einschulungsjahrgang 2027/28 sticht in den Prognosen hervor. Im Landkreis Dingolfing-Landau rechnet das Staatliche Schulamt dann mit rund 1.052 Schulanfängern. Grund zur Sorge sieht Schulamtsdirektor Stefan Pielmeier derzeit dennoch nicht. „Die Alarmampel ist nicht auf Rot“, sagt er.

Bereits seit mehreren Jahren steigen die Schülerzahlen an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Im Schuljahr 2012/13 wurden dort insgesamt rund 5.000 Schüler der Jahrgangsstufen eins bis zehn unterrichtet. Inzwischen sind es etwa 6.100. Förder-, Berufs- und Realschulen sowie Gymnasien sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Auch bei den Schulanfängern zeigt sich das hohe Niveau. Im vergangenen Schuljahr 2025/26 wurden 1.021 Kinder eingeschult. Für den Start im September rechnet das Schulamt nach aktuellem Stand mit 1.016 Erstklässlern – fünf weniger als im Vorjahr. Für 2027/28 steigt die Prognose dagegen auf rund 1.052 Kinder.

Altstadt könnte deutlich zulegen

Wie sich diese Entwicklung auf die einzelnen Schulen verteilt, unterscheidet sich allerdings deutlich. In Dingolfing selbst bleiben die Schülerzahlen insgesamt eher stabil. Eine Ausnahme könnte die Grundschule Altstadt bilden. Dort werden im September dieses Jahres 98 Kinder eingeschult. Für September 2027 geht die derzeitige Prognose von 125 Schulanfängern aus.

Auch in anderen Teilen des Landkreises gibt es Veränderungen. In Landau wird die Schülerzahl um rund 20 Kinder steigen, in Marklkofen werden es voraussichtlich 30 mehr zum Schulstart 2027 werden. Welche konkreten Auswirkungen das auf Klassen und Raumbedarf haben wird, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht verlässlich sagen.

Eine genaue Planung beginne deshalb in der Regel erst etwa ein halbes Jahr vor Beginn des jeweiligen Schuljahres. Zu groß seien vorher die möglichen Veränderungen. Zu- und Wegzüge könnten die Prognosen bis zum tatsächlichen Schulstart noch beeinflussen.

Wie groß der Anteil des Zuzugs an den steigenden Schülerzahlen ist, kann das Schulamt nicht beziffern. Eine entsprechende Statistik werde nicht geführt. Feststellen lasse sich jedoch, dass die Geburtenzahlen gestiegen sind und die Entwicklung höherer Schülerzahlen bereits seit fünf bis sechs Jahren zu beobachten ist. Auch der sogenannte Einschulungskorridor fällt laut Pielmeier bei der Gesamtentwicklung kaum ins Gewicht.

Reserven in den Klassen

Akute Platzprobleme sieht der Schulamtsdirektor trotz der Prognosen derzeit nicht. Gerade die städtischen Grundschulen hätten teilweise noch Spielraum bei den Klassengrößen. An der Grundschule Altstadt und der Grundschule St. Josef würden beispielsweise häufig Klassen mit rund 20 Schülern gebildet. Ein Anstieg könne damit zunächst teilweise innerhalb der bestehenden Strukturen aufgefangen werden.

Wie viele Klassen letztlich benötigt werden, schwankt ohnehin von Schuljahr zu Schuljahr. Im vergangenen Schuljahr gab es im Landkreis beispielsweise 45 erste Klassen, während gleichzeitig 40 vierte Klassen die Grundschulen verließen. Solche Unterschiede müssten bei der Planung regelmäßig berücksichtigt werden.

Die jeweiligen Schulen stehen deshalb mit den Gemeinden in engem Austausch. Gemeinsam werde geprüft, welche Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und welche Möglichkeiten es im Bedarfsfall gibt. Auch Ausweichräume oder Container könnten grundsätzlich eine Lösung sein. Für langfristige Baumaßnahmen sei es nach Einschätzung Pielmeiers wegen eines einzelnen starken Jahrgangs dagegen zu früh.

Denn die höheren Zahlen dürften kein dauerhafter Trend sein. Die Prognosen des Schulamts reichen derzeit bis zum Schuljahr 2031/32. Bis dahin werde die Zahl der Schüler voraussichtlich wieder um rund 200 zurückgehen. Allerdings stehen auch diese Berechnungen unter Vorbehalt: Zu- und Abwanderung können die tatsächliche Entwicklung verändern.

Ganztagsanspruch als neue Herausforderung

Die reine Zahl der Kinder ist ohnehin nicht die einzige Herausforderung, mit der sich Schulen und Kommunen beschäftigen müssen. Eine besondere Rolle spielt ab diesem Schuljahr der schrittweise Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Zunächst gilt dieser für die neuen Erstklässler.

Grundsätzlich seien entsprechende Betreuungsangebote im Landkreis bereits weitgehend vorhanden. Neu ist jedoch, dass sich der Anspruch auch auf die Ferien erstreckt. Wie groß die Nachfrage tatsächlich sein wird, ist derzeit noch offen. Anders als während der regulären Schulzeit können für die Ferienbetreuung Kosten für die Eltern entstehen. „Da müssen wir erst Erfahrungen sammeln“, sagt Pielmeier. Die Organisation entsprechender Angebote ist dabei in erster Linie Aufgabe der Kommunen.

Daneben sieht der Schulamtsdirektor die Schulen zunehmend mit gesellschaftlichen Veränderungen konfrontiert. Integration und Inklusion rückten stärker in den Fokus. Gleichzeitig gehe es um die Frage, wie Schüler zu Leistung geführt werden können, ohne dabei, wie Pielmeier es formuliert, eine „Drill-Schule“ zu schaffen. Eine Entwicklung, die das Schulamt ebenfalls beobachtet, sind Familien, die sich bewusst dem klassischen Schulsystem entziehen wollen. Auch solche Fälle seien in den vergangenen Jahren häufiger geworden, berichtet Pielmeier.

Eine Entwicklung, die er kritisch sieht. Schule habe schließlich nicht nur die Aufgabe, Wissen zu vermitteln. Sie sei auch ein wichtiger Ort der Sozialisierung, an dem Kinder unterschiedliche Menschen, Sichtweisen und Wertvorstellungen kennenlernen.

Für den besonders starken Einschulungsjahrgang 2027 bleibt unterdessen noch Zeit. Erst wenn die tatsächlichen Schülerzahlen näher feststehen, wird sich zeigen, wo zusätzliche Klassen oder organisatorische Lösungen notwendig werden. Dass der Landkreis vor einer unlösbaren Situation steht, sieht Pielmeier derzeit jedenfalls nicht: „Die Alarmampel ist nicht auf Rot.“

Bericht und Foto: Maria Wälischmiller
DA, 28.08.2026

 

GS Altstadt 

An der Grundschule Altstadt werden im kommenden Schuljahr 98 Kinder
eingeschult - für September 2027 werden bereits rund 125 Erstklässler prognostiziert.