F10: Harte Arbeit, die sich lohnt!

Informationsabend über den mittleren Schulabschluss an der Hauptschule

Dingolfing/Landau
Bis zum 1. März ist es soweit. Dann sollen sich die besonders qualifizierten Jugendlichen der 9. Klassen aller Volks- oder Hauptschulen des Landkreises vorläufig für die freiwillige 10. Klasse (F 10) anmelden, die an der Hauptschule Dingolfing eingerichtet ist. Die Vordrucke dafür erhalten sie an ihren Schulen.
Die Entscheidung, nach der 9. Klasse der Volksschule in einem weiteren, freiwilligen Jahr den mittleren Schulabschluss zu erwerben, oder lieber gleich eine Berufsausbildung anzustreben, um die mittlere Reife mit einem überdurchschnittlichen Berufsabschluss zu erhalten, diese Entscheidung ist nicht einfach zu treffen. Deshalb fanden sich an der Hauptschule Dingolfing ca.50 interessierte Eltern, teilweise mit ihren Kindern ein, um sich von einem Expertenteam noch einmal über die F 10 informieren zu lassen.

   Schulleiterin Adele Rump begrüßte alle Interessenten, vor allem die Jugendlichen, die sie zumeist schon kannte, da sie bereits zu einem Schnuppertag in der Klasse F 10 in Dingolfing gekommen waren. Schulrat Heinrich Merz freute sich darüber, dass es die F 10 bereits seit 5 Jahren in Bayern gebe, an der Hauptschule Dingolfing sei sie seit drei Jahren sehr erfolgreich. Inzwischen wüsste die Wirtschaft auch, dass der mittlere Schulabschluss der Volksschule absolut gleichwertig mit dem der Real- und Wirtschaftsschule sei. Er warnte allerdings davor, sich nur für die F 10 zu entscheiden, weil es mit der Traumlehrstelle nicht geklappt habe. Die F 10 stelle hohe Anforderungen, die nur mit vollstem Einsatz erbracht werden könnten. Dies bestätigte die Klassenleiterin der F 10, Elisabeth v. Ruedorffer mit Nachdruck.

   Für die F 10 seien deutliches Engagement und überdurchschnittliche Begabung nötig. Sie stellte die jetzige F 10 mit 6 Buben und 18 Mädchen vor, davon 14 Jugendliche aus den umliegenden Landkreisorten, 10 mit nicht-deutscher Ausgangssprache. Sie informierte über die Aufnahme- bedingungen: Durchschnitt mindestens 2,3 im Quali-Zeugnis, in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sogar Durchschnittsnote 2,0 im Quali. Freilich gäbe es noch die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung, wenn die hohe Eingangsqualifikation knapp verfehlt würde. Sie informierte auch darüber, dass es der Landkreis allen interessierten Jugendlichen ermögliche, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn nicht anders möglich, sogar mit dem Taxi, zur Hauptschule Dingolfing zu kommen.

   Die Termine zur endgültigen Anmeldung seien der 21. und 22. Juli. Besonders aufmerksam verfolgten die Zuhörer dann, was ihnen die beiden Klassensprecher der F 10, Sabrina Fuchshuber und Michael Thoma über ihre bisherigen Erfahrungen in der F 10 berichteten. "Obwohl wir viel mehr und härter arbeiten müssen als bis zur 9. Klasse, bereuen wir unsere Entscheidung nicht. Schließlich haben wir ein wichtiges Ziel, die mittlere Reife", waren sich beide einig. Für dieses Ziel sind sie und ihre Klassenkameraden gerne bereit, täglich 2 – 3 Stunden Hausaufgaben zu machen und einen z. T. langen Schulweg (Wallersdorf – Dingolfing) auf sich zu nehmen. Sie berichteten über die tolle Atmosphäre in ihrer Klasse, wo jeder freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend sei. Sie stellten auch fest, dass die Lehrkräfte sie sehr selbständig und selbstverantwortlich arbeiten ließen.

    Beratungslehrer Albert Kuttenhofer zeigte anschließend auf, welche schulischen Möglichkeiten sich nach dem Besuch der F 10 eröffnen, z. B. über die Fachoberschule zu Fachhochschulen. Außerdem führen die Berufsoberschulen Schüler mit mittlerer Reife und beruflicher Vorbildung zur fachgebundenen und über eine Ergänzungsprüfung zur allgemeinen Hochschulreife. Allerdings fordern diese Wege überdurchschnittliche Leistungen in der F 10. Andrea Merl, die im Sommer 98 die F 10 beendet hat, berichtete dann, dass sie sich nach der Schule für die Berufsausbildung entschieden habe. Der Betrieb habe dafür die mittlere Reife als Voraussetzung gefordert. Sie arbeite mit Absolventinnen von Real- und Wirtschaftssschule zusammen und sei auch mit diesen in einer Berufsschulklasse. Sie fühle sich ebenso fit im Beruf wie diese. Nur Buchhaltung bzw. Rechnungswesen sei für sie völlig neu, was ihre jungen Kolleginnen in Real- und Wirtschaftsschule bereits gelernt hätten. Schulleiterin Rump sicherte zu, dass versucht werde, diese Lücke im Unterrichtsangebot künftig durch eine Arbeitsgemeinschaft zu schließen.

    Andrea Merl riet den an der F 10 interessierten Jugendlichen, sich in diesem freiwilligen Schuljahr "voll reinzuhängen", es lohne sich wirklich. Berufsberater Günter Koppauer konnte dies voll unterstreichen. Die Berufsanforderungen stiegen weiter, immer mehr Betriebe forderen den mittleren Schulabschluss als Einstellungsvoraussetzung. Da komme die Möglichkeit, die Volksschule mit der mittleren Reife verlassen zu können, gerade recht. Die Zuhörer hatten abschließend noch Gelegenheit, Fragen an die Fachleute zu stellen. "Wir konnten aufgrund dieser Informationen unsere Entscheidung festigen", freute sich ein Vater mit seinem Sohn. Schulleiterin Rump und Schulrat Merz halten zwei F 10 – Klassen im Herbst 99 für möglich.

Bei weiteren speziellen Fragen zur F 10 ist der Beratungslehrer der Hauptschule Dingolfing, Albert Kuttenhofer, persönlich oder telefonisch
(unter der Nummer 0 87 31 / 31 39 21) am 03.03. zwischen 15.00 und 16.30 Uhr im alten Geundheitsamt, Jahnstr. 1 in Dingolfing erreichbar.


Diese Telefon-Hotline und Sprechstunde der Schulberatung ist ein neues Zusatzangebot zu den üblichen Sprechzeiten der Beratungslehrkräfte.

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